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Geschichte
Am 12. August 1944 überfielen SS-Truppen das kleine toskanische Dorf
Sant' Anna di Stazzema in der Versilia. Das Massaker, dem 560 Frauen,
Kinder und Alte zum Opfer fielen, ist in seinem Ausmaß vergleichbar
mit den Morden von Lidice und Oradour.

Als
im Sommer 1944 die Alliierten zur Befreiung des von den Deutschen besetzten
Italien nach Norden vorrückten, baute die 16. Panzerdivision der
SS einen Verteidigungsstreifen, die Linea Gotica, quer durch den Apennin,
um das Vorrücken der Alliierten in die Poebene aufzuhalten. Man verfolgte
die Strategie der "verbrannten Erde", und bekämpfte Partisanen
und Widerstandskämpfer. Dem fielen in der Toskana fast 4000 Menschen
zum Opfer, unter ihnen viele Zivilisten.
Im
Dorf Sant`Anna di Stazzema lebten im August 1944 über 560 Menschen,
darunter viele Flüchtlinge aus Livorno und La Spezia, die sich vor
den Bombardements aus den Hafenstädten in die Berge geflüchtet
hatten. Sie glaubten sich dort sicher, da das Dorf nur über Maultierpfade
erreichbar war und es dort keine Partisanenaktivitäten gab.
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Als
die Einwohner von Sant`Anna am frühen Morgen des 12. August 1944
deutsche Soldaten kommen hörten, glaubten sie daher, es handele sich
um eine der wiederholten Zwangsarbeiterpressungen und blieben ruhig in
ihren Häusern, während die wenigen Männer des Ortes in
den Wäldern verschwanden.
Dann jedoch wurde das Dorf von verschiedenen Seiten zugleich angegriffen
und in Flammen gesetzt, die Einwohner wurden erschossen, erschlagen, verbrannt.
Der Pfarrer stellte sich den Truppen mit einem Kind auf dem Arm vor der
Kirche entgegen und wurde gleichfalls erschossen.
Ganze
Familien wurden auf brutalste Weise ausgerottet, unter den Ermordeten
waren 116 Kinder unter 16 Jahren und 8 schwangere Frauen. Das jüngste
Opfer war 20 Tage alt.
Die Leichen wurden auf dem Kirchplatz aufgehäuft, mit herausgerissenen
Kirchenbänken bedeckt, mit Benzin übergossen und verbrannt.
Die Kirche wurde mit Maschinengewehren und Flammenwerfern demoliert und
die Orgel dabei zerstört, das Weihwasserbecken von einer Handgranate
getroffen.
Die
Täter und ihre Befehlshaber wurden nie bestraft, erst nach über
50 Jahren begannen die Ermittlungen durch die Justiz. Im April 2004 wurde
vor dem Militärgericht von La Spezia der Prozess gegen 10 angeklagte
Täter eröffnet.
Am 22. Juni 2005 wurden alle 10 Angeklagten zur Höchststrafe "
Lebenslänglich" verurteilt.
Presseberichte darüber sind unter Google, Sant`Anna di Stazzema,
Seiten auf deutsch zu finden.
Die
Orgel von Sant`Anna di Stazzema erklang zum letzten Mal am 6. August 1944,
dem Tauftag des jüngsten Opfers, der kleinen Anna Pardini.
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